Den Stromverbrauch von Wärmepumpen reduzieren
Die Formel für die Berechnung des Stromverbrauchs einer Wärmepumpe pro Jahr lautet:
Stromverbrauch pro Jahr = Heizenergiebedarf pro Jahr ÷ Jahresarbeitszahl (JAZ)
Liegt Ihr Heizenergiebedarf also beispielsweise bei 15.000 kWh im Jahr und Sie verwenden eine Wärmepumpe mit einer JAZ von 3,5, dann ergibt sich folgende Rechnung:
Stromverbrauch pro Jahr = 15.000 kWh ÷ 3,5 = ca. 4.285 kWh
Kennen Sie Ihren individuellen Bedarf noch nicht, können Sie stattdessen mit der Heizleistung der geplanten Wärmepumpe rechnen:
Stromverbrauch pro Jahr = Heizleistung in Kilowatt ÷ JAZ * Heizstunden
Folgende Annahmen liegen der Beispielrechnung zugrunde:
- Wärmepumpe mit einer Heizleistung von 10 Kilowatt
- Jahresarbeitszahl 3,5
- 2.000 Heizstunden pro Jahr
Rechnung:
Stromverbrauch = 10 Kilowatt ÷ 3,5 * 2.000 = 5.174 kWh
Hinweis: Bedenken Sie, dass Sie gegebenenfalls zwei separate Rechnungen mit unterschiedlichen Jahresarbeitszahlen durchführen müssen. Sie müssen eine Rechnung für die Heizung und eine weitere für die Warmwasserbereitung machen.
Die Teilergebnisse werden dann addiert.
Auf dieser Basis können Sie jetzt die Stromkosten für die Wärmepumpe berechnen. Bei einem angenommenen Strompreis von 30 Cent pro Kilowattstunde2 ergeben sich folgende Kosten:
Stromkosten = Stromverbrauch in kWh * Strompreis pro kWh
Stromkosten Beispiel 1: 4.285 kWh * 0,30 € = 1.285,50 €
Stromkosten Beispiel 2: 5.174 kWh * 0,30 € = 1.552,20 €
²Strompreis angenommen mit 0,30 €
°Eventuell reduzierbar durch Wärmepumpentarif beim Energieversorger
Wie bei allen Heizsystemen ist es auch im Hinblick auf Wärmepumpen sinnvoll, den Verbrauch nach Möglichkeit zu reduzieren. Die folgenden Aspekte bieten Optimierungspotenzial:
- richtige Dimensionierung und fachgerechte Installation: Eine angemessene Größe der Wärmepumpe ist die Grundlage dafür. Die Pumpe kann das Haus zuverlässig versorgen, ohne dass dabei unnötig Strom verbraucht wird. Eine solche Dimensionierung verlängert auch die Lebensdauer der Anlage, da Verschleiß vermieden wird. Die Planung gehört in die Hände von Fachkräften.
- Art der Wärmepumpe: Die Art und der Zustand des Gebäudes entscheiden darüber, welche Wärmepumpe am besten geeignet ist. Ziel ist es, dass die Stromkosten der Wärmepumpe so geringgehalten werden, dass die Investitionskosten sich schnellstmöglich amortisieren.
- Dämmung und Gebäudezustand: Je besser gedämmt das Gebäude ist, desto niedriger sind voraussichtlich die Betriebskosten der Heizung.
- Heizkörper oder Flächenheizungen: Flächenheizungen (Wandheizung, Fußbodenheizung) sind optimal für den Betrieb einer Wärmepumpe geeignet. Auch größere Heizkörper können die Effizienz verbessern.
- Vorlauftemperatur: Als ideal gelten Vorlauftemperaturen von bis zu 50 °C.
hydraulischer Abgleich der Heizung: Der Abgleich stellt eine gleichmäßige Heizwasserverteilung sicher. Dadurch sinken die Vorlauftemperatur und folglich der Stromverbrauch der Wärmepumpe. - Kombination mit einer Photovoltaikanlage: Mit einer Photovoltaikanlage produzieren Sie kostengünstig Strom. Dadurch senken Sie die Stromkosten für die Wärmepumpe noch weiter. Mit einer Photovoltaik-Anlage man man den Verbrauch einer Wärmepumpe um etwa 20 bis hin zu 50 % zu senken.
Ein Forschungsprojekt des Fraunhofer-Instituts für Solare Energiesysteme (ISE) zeigt, dass die Installation auch in Bestandsgebäuden und Altbauten sinnvoll ist. Dabei kommt es weniger auf das Alter als auf den Zustand des Gebäudes an. Wichtig ist dabei insbesondere eine möglichst niedrige Vorlauftemperatur des Heizsystems. Das Forschungsteam kam zu dem Ergebnis, dass Luft-Wärmepumpen eine mittlere JAZ von 3,1 erreichten. Die JAZ von Erdwärmepumpen lag im Durchschnitt sogar bei 4,1. Diese Werte gelten wohlgemerkt für Wärmepumpenmodelle auf dem technischen Stand von 2014. 2014 war das Startjahr der Studie. Moderne Wärmepumpen erreichen mittlerweile noch höhere Effizienzwerte.
Mit einer Wärmepumpe Heizkosten sparen
- Eine Wärmepumpe mit einer JAZ von 4 erzeugt aus einer Einheit Strom vier Einheiten Wärmeenergie. Bei einem angenommenen Strompreis von 30 ct/kWh ergibt das einen Heizenergiepreis von 7,5 Cent. Mit einem Wärmepumpentarif sinkt der der Preis auf etwa 6 ct/kWh.
- Dem gegenüber stehen Preise für Öl mit etwa 10,7 ct/kWh. Dies entspricht einem Ölpreis von 1,07 € pro Liter, aus dem etwa 10 kWh Wärmeenergie gewonnen werden können.
Hinzu kommt, dass Wärmepumpen deutlich wartungsärmer sind als konventionelle Heizungsanlagen. Andere Zusatzkosten, wie etwa die Dienste des Schornsteinfegers, entfallen ebenfalls. Mit einer effizienten Wärmepumpe (JAZ 4 oder besser) sparen Sie in der Regel jährlich. Die Einsparungen können bis zu 50 % der laufenden Kosten betragen. Solche Effizienz bringt erhebliche Einsparungen mit sich. Ein günstiger Wärmepumpentarif trägt ebenfalls dazu bei. Die Geräte amortisieren sich daher für gewöhnlich bereits nach etwa 10 bis 15 Jahren. Außerdem profitieren Sie bei der Anschaffung einer Wärmepumpe von attraktiven Förderungen.

